„Keine dominante App“: Warum Deutschland beim Vertical-Drama-Boom noch aufholt

Während China und die USA längst über eigene Microdrama-Plattformen mit Millionenreichweite verfügen, fehlt Deutschland bislang vor allem eines: eine dominante lokale Plattform. Genau darauf weist eine aktuelle Bestandsaufnahme von DWDL hin. Die Debatte hierzulande dreht sich oft noch um das Format selbst – dabei entscheidet vor allem die Infrastruktur über Reichweite, Distribution und Monetarisierung.

Erste deutsche Produktionen zeigen das Potenzial

Ganz ohne eigene Verticals ist Deutschland allerdings nicht. Mit Formaten wie Size Does Matter, Trümmerkind und Everlife zeigt sich bereits, dass es kreative Ansätze, Themenvielfalt und ein Publikum für das Format gibt.

„Size Does Matter“ wurde als queere vertikale Mini-Serie Ende Januar 2026 in Hessen gedreht und seit dem 26. März auf TikTok, Instagram und YouTube Shorts veröffentlicht. Auch „Trümmerkind“ ist bereits als deutsches Vertical-Micro-Drama auf Instagram sichtbar geworden. „Everlife“ ist ein deutsches Vertical-Projekt aus Berlin, das als rätselhafter Reality-Wettbewerb aufgebaut ist und bereits seit März 2026 Spannung auf Instagram aufbaut.

Constantin Entertainment hat zwei vertikale Serien mit jeweils 60 Folgen für Crisp Momentum produziert. Banijay Productions Germany hat ein 28-teiliges New-Adult-Microdrama veröffentlicht – bisher ohne öffentliches Projekt-Titel.

Das eigentliche Problem bleibt die Plattform

Genau hier liegt das Problem: Deutschland produziert zwar erste Vertical-Dramas, aber es fehlt eine große, heimische App, über die diese Formate viele Menschen erreichen und Geld einbringen können. DWDL nennt in dem Zusammenhang auch Beispiele wie die Black Forest Studios, die nicht nur Serien produzieren, sondern an einer eigenen App arbeiten. Auch das Start‑up Vertical Minds will mit EiLiN eine europäische Plattform für vertikale Videos aufbauen – das zeigt, dass Potenzial und Interesse da sind, die Infrastruktur aber noch fehlt.

Einordnung

Das spricht weniger gegen den deutschen Markt als gegen die bisher fehlende Infrastruktur. Kreative Beispiele, erste Produktionen und strategische Vorstöße zeigen, dass das Potenzial längst da ist. Was fehlt, ist ein lokales Ökosystem mit Plattformmacht – also genau der Teil der Wertschöpfung, über den China und die USA bereits verfügen.

Quelle: https://www.dwdl.de/magazin/106722/mechanik_kaum_verstanden_die_produzenten_und_der_hochkanthype/

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